Am Samstag, den 25. April, wird wie jedes Jahr der Tag des Baumes gefeiert. Der Baum des Jahres 2026 ist die Zitterpappel (Populus tremula), eine Pionierbaumart, die in ganz Europa vorkommt, ausgenommen Südspanien, Portugal und Sizilien.
„Bäume, ganz gleich welcher Art lösen bei vielen Menschen Emotionen aus. In der Lyrik spielen Bäume bis in die moderne Popkultur immer wieder bedeutende Rollen. Blickt man aber auf den aktuellen Verlauf des Klimawandels, wird die Rolle der Bäume eine immer dramatischere“, befürchtet Philip von Oldershausen, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen.
Der Zustand vieler Bäume ist schlechter als im langjährigen Vergleich
Seit 2018 liegt der Anteil stark geschädigter Bäume in Niedersachsens Wäldern über dem langjährigen Mittel. Dies verrät ein Blick in den Waldzustandsbericht 2025 des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Auch die Absterberate und die mittlere Kronenverlichtung lagen wieder über dem langfristigen Durchschnitt. Einzelne Bäume und ganze Wälder leiden unter den Folgen des gesamtgesellschaftlich verursachten Klimawandels.
Starre Vorgaben und Bürokratie erschweren dynamische Prozesse
„Waldbesitzende übernehmen seit Generationen Verantwortung für den Wald und seine Bäume. Damit die Wälder in Niedersachsen möglichst gut auf die kommenden Klimabedingungen vorbereitet werden können, braucht es Handlungs- und Entscheidungsfreiheit für die Waldbesitzenden. Die Wiederherstellungsverordnung der EU schränkt genau diese Handlungsfreiheit der Waldbesitzenden ein. Vielmehr werden starre Vorgaben gemacht, wie Wälder und andere Ökosysteme aussehen sollen“, kritisiert Präsident Philip von Oldershausen.
Die Wiederherstellungsverordnung der EU wird von einer Vielzahl von Verbänden kritisiert. Auch der Waldbesitzerverband Niedersachsen sieht die Inhalte der Verordnung kritisch, denn die rasante Veränderung der Klima- und Standortbedingungen wird außer Acht gelassen und die sowieso laufenden Umbauprozesse, hin zu klimaresilienten Mischbeständen, werden ausgebremst.
Die Zitterpappel – Ein forstwirtschaftliches Multitalent und Hoffnungsträger im Klimawandel
Als genügsame Baumart mit einer Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten gewinnt die Zitterpappel in forstwirtschaftlichen Prozessen an Bedeutung. Die Zitterpappel verfügt über ein bemerkenswertes Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis Ostasien. Sie verträgt Kälte und sogar Frost, sie wächst schnell und bietet Nahrung für viele Insekten, gerade für seltene Schmetterlingsarten. Als Pionierbaumart ist sie waldbaulich zum Beispiel auch nach Störungen und Schadereignissen, zur Bodenverbesserung und als schützender Schirm für andere Baumarten interessant.
Auch auf wissenschaftlicher Ebene ist die Pappel von Interesse. Aufgrund ihrer Eigenschaft als schnellwachsende Baumart eignet sie sich als Modellorganismus zur Erforschung und Identifizierung von Genen, die wichtig für die Widerstandsfähigkeit von Bäumen gegenüber dem Klimawandel sind, gerade mit Blick auf das Potenzial dieser Gene zur Standortanpassung. Die Untersuchungsergebnisse könnten auf weitere Baumarten übertragen werden. Daran wird zum Beispiel im Rahmen des Projektes TreeEdit am Thünen-Institut für Forstgenetik geforscht.
„Die Zitterpappel steht für Anpassungsfähigkeit, Innovation und Entwicklungsdynamik, etwas das wir in unseren Wäldern weiter fördern möchten. Immer mehr Regulatorik und immer mehr Bürokratie wirken dem aber entgegen“, macht Präsident von Oldershausen deutlich.

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